© www.berliner-kurier.de | Beitrag vom 13.07.2017

Neues Konzept So bekommt Berlin seine Problem-Schulen flott – Quelle: http://www.berliner-kurier.de/27968700 ©2017
Neues Konzept So bekommt Berlin seine Problem-Schulen flott – Quelle: http://www.berliner-kurier.de/27968700 ©2017

Neues Konzept So bekommt Berlin seine Problem-Schulen flott

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Die Silberstein-Schule in Neukölln hat heute sogar eine Warteliste. 

Foto: Paulus Ponizak
Berlin -

Übellaunige Schulleiter, viele Schulschwänzer und eine hohe Schulabbrecher-Quote. Zehn besonders schwierige Berliner Problemschulen sollten in einem neuartigen Turnaround-Projekt vor dem Aus bewahrt werden. Nach New Yorker Vorbild. Nach vier Jahren wurde jetzt Bilanz gezogen: So können Problemschulen besser werden.

Oft war die Schulleitung ein Problem. An neun von zehn Schulen wurde sie ausgetauscht. Denn eine gute Führung ist ganz wichtig. Allerdings ging das nicht immer gut. An zwei Schulen musste auch die neue Leitung kurze Zeit später wieder ausgetauscht werden. Zum Beispiel an der Silberstein-Grundschule in Neukölln. Dort bietet nun der aus Russland stammende Schulleiter Sergej Afonin nachmittags zusätzliche Angebote an. Schüler und Eltern freut es.

Die Schulen sollen mit ihren Daten aktiv umgehen

„Alle Schulen haben ihre Herausforderungen angenommen“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). „Aber es gab auch Schwierigkeiten und Rückschläge.“ Dennoch hätten die meisten Sekundarschulen ihre Abbrecherquote und auch die Zahl der Schulschwänzer gesenkt. Scheeres lobte beispielhaft die Erfolge der Hector-Peterson-Sekundarschule in Kreuzberg. Dort reduzierte sich mit neuer Schulleitung die Schulabbrecherquote von 20 auf 5 Prozent, es fiel weniger Unterricht aus, weniger Lehrer meldeten sich krank , auch die Gewaltvorfälle nahmen ab.

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Bildungssenatorin Scheeres (re.) mit Schulleiter Afonin (li.) und Projektleiterin Trageser.

Foto: Paulus Ponizak

Wie geht das? Das Turnaround-Projekt von Bildungsverwaltung und Bosch-Stiftung stellte den Schulen externe Berater zur Seite. Meist Ex-Schulleiter, die die Schwächen einer Schule gut erkennen und Ratschläge geben. Zudem reden die Lehrer wieder miteinander und formulieren gemeinsame Ziele, die sie dann auch erfüllen müssen. „Die Zeiten, in denen ein Lehrer seinen Unterricht gibt und dann wieder aus der Schule flieht, sind vorbei“, sagt Projektleiterin Hannelore Trageser. Die Stimmung in den Schule ist besser. Und die Schulen sollen mit ihren Daten aktiv umgehen, überprüfen, in welcher Klasse besonders viele Schüler schwänzen.

Scheeres versprach zudem, dass Problemschulen künftig Verwaltungsleiter erhalten, um Schulleiter zu entlasten. Größere Grundschulen ab 550 Schüler werden zudem mit zwei Konrektoren ausgestattet.

– Quelle: http://www.berliner-kurier.de/27968700   ©2017